FruchtbarkeitPCO-Syndrom und Kinderwunsch

PCO-Syndrom und Kinderwunsch

Die Entwicklung der Eizellen bei PCO

 

Die Eizellenreifung läuft bei PCO-Syndrom – also dem polyzystischen Ovar-Syndrom – aus dem Ruder.

Oft sind beide Eierstöcke vergrößert und man kann im Ultraschall viele halbreife Follikel erkennen, aber keinen Leitfollikel. Die Follikel wachsen ungefähr bis zur halben Größe heran und bleiben dann in diesem Entwicklungszustand stehen. Ursächlich ist hier eine hormonelle Störung, die einen Eisprung unmöglich macht. Die Follikel produzieren sehr viel Östrogen und das bringt die Hypophyse im Gehirn dazu, das Follikelstimulierende Hormon FSH zu reduzieren und Luteinisierendes Hormon (LH) auszuschütten. Das LH soll den Eisprung auslösen . Nun ist aber in keinem der Follikel eine reife Eizelle – es kommt also nicht zum Eisprung und die Entwicklung bleibt hier sozusagen stehen. Gleichzeitig versucht der Körper mit großen Mengen Testosteron den Östrogenüberschuss auszugleichen.

 

Im Labor ergibt sich häufig folgender Befund:

 

  • Erhöhtes LH
  • Erhöhte Androgene wie Testosteron, DHEA und DHEAS und Androstendion
  • Östrogenüberschuss
  • Erhöhter AMH-Wert
  • Erhöhte Blutzuckerwerte und ggf. Insulinresistenz

 

Symptome bei PCO-Syndrom

 

polyzystisches OvarDer Menstruationszyklus ist oft unregelmäßig oder sehr lang. In diesem Fall spricht man von Oligo- oder Amenhorrhoe. Das bedeutet, dass die Zyklen mindestens drei Mal hintereinander länger als 35 Tage sind oder innerhalb eines Jahres nicht mehr als zwei Blutungen auftreten.

Da es sich um eine hormonelle Störung mit Testosteronüberschuss handelt, bemerken manche Frauen auch eine übermäßige Körperbehaarung, die „männlich“ verteilt ist. Diesen männlichen Haarwuchs nennt man „Hirsutismus“. Manchmal tritt auch eine Akne in diesem Zusammenhang auf.

In vielen Fällen ist PCO-Syndrom mit Übergewicht verbunden: Fettzellen sind hormonaktiv und haben einen Einfluss auf das Östrogen im Körper – davon haben Frauen mit PCO sowieso schon viel zu viel. Bei der Blutuntersuchung findet man hier oft erhöhte Blutzuckerwerte. Die Schulmedizin empfiehlt dann, Metformin einzunehmen. In jedem Fall sollte aber eine Untersuchung auf Insulinresistenz vorgenommen werden. Selbst ohne starkes Übergewicht kann eine Insulinresistenz vorhanden sein.

Bei Ultraschalluntersuchungen zeigt sich in der Regel eine Vielzahl von Eibläschen am Eierstock – das sogenannte polizystische Ovar. Das ist gegeben, wenn an einem Eierstock mindestens 20 Follikel zu finden sind – oder wenn ein Eierstock ein Volumen von mehr als 10 ml aufweist.  Zudem kann die Haut, die den Eierstock einschließt, derb und ledrig sein.

 

Folgen des PCO-Syndrom

 

Mit bis zu 20 % ist das PCO-Syndrom die häufigste gynäkologische Störung, die für die Kinderlosigkeit verantwortlich ist. Wenn es dann aber doch funktioniert, hat dies leider häufig negative Auswirkungen auf weibliche Föten:

Durch die hohe Testosteron-Konzentration bei der Mutter gibt es ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung sowohl eines metabolischen Syndroms beim weiblichen Baby als auch durch das erhöhte AMH eine AMH-Erhöhung beim Kind. Das kann dazu führen, dass das PCO an die Tochter „vererbt“ wird.

PCO-Syndrom ist häufig ein Stoffwechselproblem, dass zu Insulinresistenz führen kann, die Entstehung des metabolischen Syndroms – also auch Übergewicht – fördern kann und bei älteren Frauen das Risiko, Herzerkrankungen zu bekommen, erhöht

Natürliche Behandlung von PCO-Syndrom

 

Hier kommt die gute Nachricht: PCO-Syndrom kann man durchaus gut behandeln!

Vor allem Änderungen im Lebensstil haben häufig einen sehr positiven Einfluss auf die Entwicklung dieser Erkrankung. Vor allem Übergewicht sollte dringend abgebaut werden.

Ernährung bei PCO-Syndrom

LebensmittelGanz besonders gut funktioniert in diesem Fall eine Ernährung, die auf Kohlenhydrate mit einem niedrigen glykämischen Index setzt, ausreichend Eiweiß und essentielle Fettsäuren im richtigen Omega3/Omega6 Verhältnis liefert. Das heißt, viel Gemüse als Kohlenhydratlieferanten einsetzen, so zum Beispiel vermehrt Hülsenfrüchte, Möhren, Süßkartoffeln und dafür weniger Nudeln oder Reis verwenden.

Tipp: Probieren Sie doch mal Nudeln aus Erbsen-Mehl oder aus roten Linsen – gibt´s mittlerweile sogar in den meisten Supermärkten oder auch im Drogeriemarkt zu kaufen. Essen Sie immer mal wieder fetten Fisch, vielleicht Lachs oder Makrele. Die haben wertvolle Fette und viel Eiweiß. Und verzichten Sie möglichst komplett auf Zucker und vor allem auch auf Weizen- und Weißmehl-Produkte. Das schließt auch zuckerhaltige Fruchtsäfte mit ein. Mit Milchprodukten sollten Sie sparsam umgehen: Diese wirken nach TCM-Kriterien befeuchtend und im Extremfall sogar verschleimend. Bei PCO-Syndrom ist das kontraproduktiv. Im Bereich „Ernährung“ meines Onlinekurses finden Sie noch mehr Tipps.

 

Mikronährstoffe bei PCO-Syndrom

 

Ganz besonders wichtig ist hier der Vitamin-D-Wert. Der sollte dringend untersucht werden und auf einen mittleren bis hohen Wert aufgefüllt werden (zwischen 40 und 60 ng/ml). Vitamin D ist notwendig für einen geregelten Eisprung und ist wichtig für einen ausgewogenen Hormonhaushalt.

Auch Inositol hat sich bei PCO bewährt. Es verbessert den Zuckerstoffwechsel. B-Vitamine und vor allem bioverfügbare Folsäure beugen einem erhöhten Homocysteinspiegel vor, der Bei PCO häufiger vorkommt.  Chrom und L-Carnitin fördern die Fettverbrennung, N-Acetylcystein wirkt gegen Schleimansammlungen – um hier nur einige Möglichkeiten zu nennen. Im Bereich „Vitamine & Co.“ bekommen Sie zu diesen Tipps auch konkrete Produktvoschläge.

 

PCOS mit chinesischer Medizin behandeln

 

TCM bei KinderwunschIn meiner Praxis behandle ich PCO-Syndrom bei Kinderwunsch in erster Linie mit Methoden aus der traditionellen chinesischen Medizin. Abhängig vom der zugrunde liegenden Konstitution wenden wir Akupunktur, Wärmebehandlungen (Moxa) sowie chinesischen Kräuter an. Eine Ernährungsumstellung nach den 5-Elementen kann die Situation nochmal verbessern. Besonders bewährt haben sich auch Kräutermischungen, die die Konstitution unterstützen und auf diese Weise zu einer Verbesserung beitragen können. Chinesische Kräutermischungen können Sie nach individueller Anpassung über mich beziehen.

 

Bei PCO handelt es sich meistens um eine sehr hartnäckige, chronische Störung. Um den Zyklus wieder zur normalisieren brauchen wir ein wenig Zeit und Geduld. Aber es lohnt sich: die TCM ist eine wirklich gute Hilfe bei polyzystischem Ovar Syndrom.

 

Behandlung von PCO-Syndrom bei Kinderwunsch

 

Mama und BabyMeistens wenden sich die Frauen mit PCO-Syndrom an mich, wenn ein unerfüllter Kinderwunsch besteht.

Von Frauen mit PCO-Syndrom ist bei 74 % eine Infertilität zu verzeichnen.

Eine Behandlung lohnt sich hier in jedem Fall, zumal diese Erkrankung auch andere gesundheitliche Risiken birgt.

Das Vorgehen sieht idealer Weise so aus, dass die Frauen sich erstmal einige Monate Zeit nehmen, um alle sinnvollen Veränderungen in ihrem Alltag umzusetzen. Parallel würden wir schon mit TCM behandeln. Nach einiger Zeit kann man häufig schon Verbesserungen im Zyklus wahrnehmen. Wenn das noch nicht zu einer natürlichen Schwangerschaft führt, würde nun die Schulmedizin begleitend eingesetzt.

Zuerst würde man versuchen, einen Eisprung mit Hilfe von Clomifen oder Letrozol auszulösen und die Gunst der Stunde auf natürliche Weise nutzen.

Wenn das nicht funktioniert, können selbstverständlich auch Methoden für eine künstliche Befruchtung angewandt werden. In jedem Fall aber ist eine gute Vorbereitung mit natürlichen Methoden sehr hilfreich für das Gelingen solcher Maßnahmen.

Sie können sich in meiner Praxis beraten und behandeln lassen oder sich auch online mit Hilfe meines Kurses „natürlich fruchtbar“ anleiten lassen. Den größten Anteil an Ihrem gesundheitlichen Fortschritt haben Sie selbst!

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